Wenn man sich auf Yucatán aufhält, dann ist Chichén Itzá wohl einer der Orte die man sich anschauen sollte. Natürlich galt das auf für mich.

Also habe ich mich auch auf den 2-stündigen Weg von der Küste ins Landesinnere gemacht. Lustig ist, dass der Bundestaat Quintana Roo, in dem mein Hotel lag, eine andere Zeitzone hat, als der Rest von Yucatan. Zeitlich gesehen gehört der Bundessaat seit 2015 zur Ostküste Amerikas und Kuba. Quintana Roo hat damit nur 6 Stunden Zeitunterschied zu Europa, statt der sonst 7 Stunden Zeitunterschied. Theoretisch hätte ich also auf meiner Hinfahrt meine Uhr zurückstellen müssen und auf der Rückfahrt wieder vor. Verwirrend… deswegen hab ich es einfach gelassen.

Bei Chichén Itzá angekommen merkt man sofort, das die Tempelanlage ein Besuchermagnet ist. Ich wurde ja bereits im Vorfeld gewarnt, wie touristisch es dort zugeht, und schon am Eingang war klar, es wurde wirklich nicht übertrieben. Wer Menschenmassen nicht mag, der sollte vielleicht doch besser einen großen Bogen um Chichén Itzá machen, oder ganz ganz früh da sein. Wir waren gegen 10 Uhr dort und es war schon einiges los.

Chichén Itzá – Die Pyramide des Kukulkán

Chichén Itzá - Die Pyramide des Kukulán

Die Pyramide des Kukulkán

Wenn man das Areal betritt, wartet auch schon nach kurzem Weg das Highlight von Chichén Itzá. Die Pyramide des Kukulkán! Das Bauwerk steht alleine im Zentrum des freigelegten Gebiets und ragt ca. 30 m in die Höhe. Aber die Pyramide beeindruckt nicht nur durch ihre Größe, sondern viel mehr durch die Demonstartion der außergewöhnlichen Baukunst der Maya. Denn das Bauwerk ist ein gigantischer und hoch komplexer Kalender. Auf jeder Seite führt eine Treppe hinauf zur Spitze und jede der 4 Treppen hat genau 91 Stufen. Auf der Spitze steht dann das Tempelhaus mit noch einmal einer Stufe und damit besitzt die Pyramide exakt 365 Stufen! Aber das ist noch nicht alles. Die Großartigkeit der Maya-Baukunst zeigt sich zweimal im Jahr, nämlich während der Tag- und Nachtgleiche im Frühjahr und Herbst. Denn dann bietet die Pyramide ein beeindruckendes Licht- und Schattenspiel. Dabei sieht es so aus, als würde eine Schlange die Pyramide hinabkriechen. Das hätte ich ja auch gerne gesehen.

Chichén Itzá - Die Pyramide des Kukulán

Die Pyramide des Kukulkán

Steht man dann direkt davor, kann man sich noch ein bisschen zum Horst machen ^^ Das Bauwerk hat nämlich noch eine Besonderheit. Steht man am Fuß der Treppe und klatscht in die Hände, dann erhält man von der Spitze der Pyramide ein Geräusch zurück, dass (so sagte man mir) so klingt, wie einer der einheimischen Vögel. Andere sagen es klingt wie ein Peitschenknall. Ich fand es hatte irgendwie was von beidem. Am Besten du probierst es einmal selbst aus. Also schön vor der Pyramide in die Hände klatschen!

Früher konnte man sogar die Stufen der Pyramide bis hinauf zum Tempel erklimmen und den genialen Weitblick genießen (meine Eltern hatten noch das Glück), aber mittlerweile ist das leider nicht mehr erlaubt.

Chichén Itzá – Die heilige Cenote (Cenote Sagrado)

Chichén Itzá - Cenote Sagrado

Cenote Sagrado

Von der Nordseite der großen Pyramide aus gibt es einen Weg, der einen durch die Stadtmauer kerzengerade bis zur heiligen Cenote führt. Die Cenote ist fast kreisrund und besitzt einen Durchmesser von ca. 60 m. Cenoten galten bei den Maya als Tor zur Unterwelt, daher ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass das Wasserloch nicht als Trinkwasserreservoir genutzt wurde, sondern als Opferbrunnen.

Das einzige was hier extrem störend ist, sind die Souvenirstände, die sich auf dem Weg dicht an dicht drängen, die muss man irgendwie wegignorieren.

Chichén Itzá – Der Ballspielplatz

Chichén Itzá - Der Zielring an der Mauer des Ballspielplatzes

Der Zielring an der Mauer des Ballspielplatzes

Ein weiteres Hightlight in Chichén Itzá ist der große Ballspielplatz, der allein durch seine Außmaße überwältigt. Die Zielringe sind an den rechts und links 8 m hoch aufragenden Steinmauern befestigt. Die muss man erstmal treffen!

An den Mauern sind immernoch gut erhaltene Reliefs zu erkennen, welche die Enthauptung eines Spielers darstellt. Angeblich wurde hier der Sieger enthauptet, da dies als große Ehre galt. Also ich hätte dann ja lieber verloren!

Chichén Itzá - Der Ballspielplatz

Der Ballspielplatz

Auch der Ballspielplatz hat wieder eine weitere Besonderheit. Stellt man sich ungefähr in die Mitte und ist es nicht zu laut durch andere Besucher, dann hört man, wenn man in die Hände klatscht (ja! auch hier klatschen wir wieder in die Hände!), ein siebenfaches Echo dieses Klatschens. Es scheint als wäre auch diese Akustik von den Maya so beabsichtigt worden. Damit beweisen sie aufs Neue ihr beeindruckenden Kenntnisse der Baukunst, was mich persönlich wirklich extrem fasziniert hat.

Chichén Itzá – Das Observatorium

Chichén-Itzá - Das Observatorium

Das Observatorium

Aber Chichén Itzá besteht ja nicht nur aus der Pyramide des Kukulkán und dem Ballspielplatz. Ein weiteres sehr interessantes Gebäude ist das Observatorium, dessen Runde Kuppel man bereits vom Eingang aus über das dichte Grün hinweg sehen kann. Es ist das einzige Bauwerk auf dem Areal, dass rund gemauert wurde. Wegen seiner Schneckenform wird es auch Schneckenturm (Caracol) genannt. Der Turm wurde vermutlich zur Beobachtung von astronomischen Daten genutzt, was wiedereinmal bestärkt, wieviel Wissen die Maya über die Astronomie besaßen. Für mich war es neben der großen Pyramide das schönste Gebäude von Chichén Itzá.

Chichén Itzá – Der Tempel der Krieger

Chichén Itzá - Der Tempel der Krieger

Der Tempel der Krieger

Östlich der großen Pyramide befindet sich der Tempel der Krieger, der eine Mischung aus Säulenhalle und Pyramide ist. An der Spitze der Treppe befindet sich die bekannteste Skulptur von Chichén Itzá. Chac Mo’ol. Hier wurden vermutlich rituelle Opferungen vorgenommen und wenn das Licht darauf fällt, könnte man sogar meinen, dass dort noch Blut zu sehen ist (muhaha!)

Chichén Itzá - Chac Mo'ol

Chac Mo’ol

Chichén Itzá – Das Nonnenkloster (Las Monjas)

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Das riesige Gebäude steht im südlichen Teil von Chichén Itzá und beeindruckt durch seine Größe. Knapp 25 m ist es lang und dabei eher schlicht mit wenigen Verzierungen. Die Spanier gaben dem Gebäude den Namen Nonnenkloster, aber es ist reichlich unwahrscheinlich, dass dort Nonnen wohnten. Die Archäologen vermuten eher, dass es sich um ein Verwaltungsgebäude handelt. Bei den Außmaßen gab es wohl viel zu verwalten.

Chichén Itzá – Der Mayabogen

Chichén Itzá - Der Mayabogen

Der Mayabogen

Direkt am Eingang bzw. Ausgang steht noch ein weiteres Zeugnis des unglaublichen Bauverständnis der Maya. Der Mayabogen wurde aus Steinquardern zusammengefügt. Die Maya wussten schon damals, dass, wenn sie die Steine schräg zusammenführen und zu guter Letzt einen Schlussstein aufsetzten, dieser durch die Lastverteilung den gesamten Bogen hält und dieser nicht in sich zusammen fällt.

 

Ich habe nur knapp einen halben Tag in Chichén Itzá verbracht, aber die Bauten und die Gesichte der Maya haben mich wahnsinnig beeindruckt. Auch wenn Chichén Itzá sehr touristisch ist, so ist es doch mit Recht eins der 7 neuen Weltwunder und auf jeden Fall Wert besucht zu werden.

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