From the Sea to the Sky – Der Highway 99

Der Highway 99, besser bekannt als der Sea-to-Sky Highway, ist die wunderschöne Verbindung zwischen Vancouver und Lillooet. Von Vancouver aus verläuft der Highway entlang der Küstenlinie und führt schließlich von durch hinauf über Whistler bis nach Lillooet bis er schließlich auf den Highway 97 trifft.

Nach meinem kleinen Abstecher nach Vancouver Island mit einer unvergesslichen Whale Watching Tour und einem Besuch im Pacific Rim Nationalpark bin ich mit der Fähre von Nanaimo zurück zur Horseshoe Bay gefahren. Dort beginnt der Highway 99 und wer in den Westen Kanadas kommt, der sollte ihn sich nicht entgehen lassen, denn der Sea-to-Sky Highway bietet einige wunderschöne und begeisternde Stopps.

From the Sea to the Sky – Die Shannon Falls

Von der Fähre aus fährt man etwa eine halbe Stunde bis zum Shannon Falls Provincial Park. Schon allein die Fahrt entlang der Küste bis hierher ist wirklich sehenswert, daher kann aus einer halben Stunde sehr schnell auch mehr werden. Man sollte sich hier aber wirklich die Zeit nehmen und die Landschaft genießen.

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Shannon Falls

Da ich Wasserfälle unglaublich mag, hatte ich mich sehr auf die Shannon Falls gefreut. Schließlich sind sie mit einer „Fallhöhe“ 335 m einer der höchsten Wasserfällen British Columbias.

Vom Parkplatz aus ist es nicht weit zu den Wasserfällen und ich gebe zu, als ich so davor stand, hatte ich doch irgendwie etwas beeindruckenderes erwartet. Vermutlich lag es an der Jahreszeit, aber es war einfach nicht wirklich viel Wasser  an diesem Wasserfall. Trotzdem ist er sehr schön, nur eben nicht ganz so beeindruckend wie gehofft.

Was ich dir aber definitiv empfehlen kann ist, den Weg von der ersten Aussichtsplattform zum zweiten Aussichtspunkt weiter zu gehen. Hier geht es zwar etwas bergauf, manchmal auch über Treppen, aber es lohnt sich. Von hier aus hat man, finde ich den schöneren Blick auf den Wasserfall. Außerdem ist hier deutlich weniger los, als an der einfach zu erreichenden ersten Aussichtsplattform.

From the Sea to the Sky – Sea To Sky Gondola

In direkter Nachbarschaft zu den Shannon Falls befindet sich die Sea-to-Sky-Gondola. Entweder man läuft durch den Wald direkt von den Wasserfällen aus zur Talstation der Gondel oder man fährt das kurze Stück von einem Parkplatz zum Nächsten.

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Sea to Sky Gondola

Durch meine Camper-Vermieter habe ich bei der Gondel einen Rabatt bekommen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden trotz der Wolkendecke einen Versuch zu starten und bin mit der Gondel nach oben gefahren. Außerdem wollte ich so gerne die Hängebrücke sehen. Der Vorteil des „schlechten Wetters“ war, dass auch hier nicht allzu viele Touristen unterwegs waren.

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Hängebrücke in den Wolken

Von der Bergstation aus gibt es mehrere Wanderwege über die man die Umgebung erkunden kann und natürlich die Hängebrücke. Die Wolken hingen leider wirklich sehr tief, aber irgendwie verlieh das dem Ganzen etwas mythisches. Teilweise konnte man das Ende der Hängebrücke garnicht sehen.

Die Brücke führt von einer Aussichtsplattform zur Anderen. Wer Hängebrücken nicht so mag oder Höhenangst hat, der kann auch den Weg außen herum nehmen, der durch den Wald verläuft.

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Aussicht trotz Wolken

Leider war die Fernsicht nicht so wirklich gegeben, da ich mich auf der Plattform direkt zwischen den Wolken befand, aber bei schönem Wetter ist die Aussicht von hier bestimmt wunderschön.

From the Sea to the Sky – Die Brandywine Falls

Der nächste Stopp auf meiner Route über den Sea-to-Sky Highway war der Brandywine Falls Provincial Park. Ein deutsches Paar, das ich an den Shannon Falls getroffen hatte und das aus der entgegen gesetzten Richtung gekommen war, hatte mir die Brandywine Falls sehr ans Herz gelegt. Ich wollte hier sowieso einen Halt machen und sah mich dadurch nur bestätigt.

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Durch den Wald

Auch hier führt ein Wanderpfad vom gut ausgebauten Parkplatz durch den Wald zu den Wasserfällen. Dabei quert man auch einmal den Fluss mit einer Brücke. Da es zu den Brandywine Falls ging habe ich sie kurzerhand „Brandywine Bridge“ getauft (wer Herr der Ringe kennt weiß was ich meine).

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Brandywine Brücke???

Durch die Fährfahrt am morgen und die vielen kurzen und längeren Stopps war es breits Nachmittag geworden, als ich den Weg zu den Wasserfällen in Angriff genommen hatte. Dadurch war ich hier wirklich ganz allein auf weiter Flur. Keine Menschenseele weit und breit. Ich gestehe, das war irgendwie schon etwas unheimlich, zumal ich keine Ahnung hatte, wie weit es zu den Wasserfällen war. Kurz hatte ich sogar überlegt, ob es nicht besser wäre umzudrehen, aber diesen Gedanken habe ich zügig wieder verworfen. Ein Glück, denn kurz darauf habe ich dann die Wasserfälle „gefunden“.

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Brandywine Falls

Die Brandywine Falls sind zwar nicht so hoch wie die Shannon Falls, aber dafür „fallen“ sie so richtig schön. Deshalb haben sie mir auch sehr viel besser gefallen, als die größeren Shannon Falls. Übrigens lohnt es sich auch den Weg von den Wasserfällen noch ein kurzes Stück weiter zu gehen, dort gibt es noch einmal einen Aussichtspunkt von dem man wunderbar ins Tal schauen kann.

From the Sea to the Sky – Whistler und Umgebung

Nach einer entspannten Nacht auf einem (viel zu teuren) Campground ging es am nächsten Tag weiter nach Whistler.

Whistler ist für mich so ein typischer Skiort. Es gibt Hotels, Restaurants und Souvenir Läden. Außer den Olymischen Ringen, die ich sehr gerne sehen wollte, gab es hier eigentlich für mich nicht viel, was mich an dem kleinen Städtchen wirklich reizte. Eigentlich wollte ich wieder hinauf auf die Berge. Schließlich sollte die Peak2Peak-Gondola sehr schön sein. Leider fährt diese im Herbst scheinbar nicht, oder nur an den Wochenenden. Damit fiel dieser „Programmpunkt“ ins Wasser.

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Die Olympischen Ringe von Whistler

Die Ringe waren trotzdem schön und nach einer kurzen Runde durch den Ort mit Essensstopp habe ich, in der Hoffung ein Alternativprogramm zu finden, die Touristeninformation aufgesucht. Tatsächlich hatte die freundliche Dame dort ein paar Tipps für mich. Außerdem gibt es in den Touristeninformationen auch immer kostenloses W-Lan.

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Stadtbild von Whistler

Einen der Tipps aus der Toursiteninformation habe ich dann auch wahrgenommen.

Vom Parkplatz auf dem ich meinen Camper abgestellt hatte aus gibt es einen ca. 5 km langen Rundwanderweg um den „Lost Lake“. Vom Hauptweg zweigen immer wieder kleiner Trails ab, so genannte „Natural Trails“. Dabei sollte einem allerdings immer bewusst sein, dass man sich hier im „Bearcountry“ befindet. Schilder warnen die Besucher und man sollte das auch ernst nehmen.

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Alleine am Lost Lake

Ich selbst bin keinem Bären begegnet. Zum Glück! Aber auf dem Weg sind mir einmal zwei junge Kanadierinnen begegnet, die ganz aufgelöst von ihrer Begegnung mit einem Bären auf einem der „Natural Trails“ erzählt haben. Das war zu dem Zeitpunkt keine 10 Minuten her gewesen.

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Lost Lake

Ich habe mich daraufhin nicht mehr all zu weit vom Hauptweg entfernt, da mir durch diese Erzählung doch etwas mulmig zumute war. Außerdem habe ich danach wieder etwas lauter vor mich hingesungen. Aber auch vom Hauptweg aus kann man die wunderschöne Landschaft rund um den See genießen und bestaunen. Der Weg führt einmal rund um den See und vom Anfangs- und Endpunkt ca. noch einen Kilometer wieder zurück zum Parkplatz. Dadurch, dass das Gelände um den See recht flach ist, ist es ein schöner Nachmittagsspaziergang.

From the Sea to the Sky – Nairn Falls

Von Whistler aus ging es nur noch ein kurzes Stück auf dem Sea-to-Sky Highway bis zum Nairn Falls Provincial Park. (Du merkst schon, es gibt hier seeehr viele Wasserfälle).

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Nairn Falls im Abendlicht

Vom Parkplatz aus gibt es einen Weg, der am Fluss entlang zu den Nairn Falls führt. Es war schon wieder recht spät und so war ich auch auf dem schmalen Pfad wieder ganz alleine. Allerdings ist der Weg zu den Wasserfällen nicht so weit und man läuft fast die gesamte Zeit am Wasser entlang.

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Nairn Falls

Dadurch, dass ich erst so spät an den Wasserfällen ankam, hatte ich ein unglaublich schönes Licht, das mit den Felsen und dem Wasserfall gespielt hatte und die Farbe des Wassers hat mich einfach fasziniert.

Auch wenn die Nairn Falls wirklich klein sind, sind sie meiner Meinung nach wirklich einen Abstecher wert. Wenn es die Zeit zulässt, dann sollte man hier auf jeden Fall anhalten. Auf den Felsen am Aussichtspunkt sollte man allerdings etwas vorsichtig sein, die sind etwas rutschig.

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Fluss

An den Provincial Park angeschlossen ist ein Campground, der mir von dem Ehepaar an den Shannon Falls sehr ans Herz gelegt wurde. Der Campground bietet keinerlei Service. Kein Strom, kein Wasser und nur Plumpsklos. Trotzdem war es einer der schönsten Campgrounds auf meiner gesamten Tour. Es war einfach friedlich dort und ich wurde nicht vor den Bären gewarnt, die es dort natürlich auch gab, sondern vor den Eichhörnchen. Die Aussicht war einfach fantastisch und ich wäre hier gern länger als einen Nacht geblieben.

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Campground mit Aussicht
Das waren meine ersten beiden Etappen auf dem Sea-to-Sky Highway. Es gab dort bereits so viel zu sehen und die Landschaft ist einfach nur umwerfend. Warst du auch schon einmal auf dem Highway 99 unterwegs? Ich freu mich über deinen Kommentar.

 

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4 Comments

  • Hallo Kerstin!
    Nein ich war leider noch nicht auf dem Highway 99 unterwegs. Aber British Columbia steht ganz weit oben auf meiner Reiseliste. Deine Fotos gefallen mir sehr gut, umso lieber würde ich meine Reise nach Canada sofort starten. Aber 2018 wird sich das leider nicht ausgehen bei mir.
    Letztes Jahr war ich in California – da gibts ja auch einige Bären. Aber so wie du, habe auch ich mich brav an die Ratschläge der Einheimischen gehalten und somit (zum Glück, aber irgendwie doch schade) keinen Bären zu Gesicht bekommen.
    Liebe Grüße
    Veronika

  • Liebe Kerstin,
    es sieht so aus, als wären unsere Pläne für einen Roadtrip durch die Rockies sehr ähnlich. Wenn es bei mir endlich soweit ist, will ich auch über den Hwy 99 Richtung Whistler. Die Bilder von der Gondola sind schon sehr sehr stimmungsvoll. Wie muss die Aussicht bei klarem Wetter sein ? Bestimmt mega. Ist Dir der Brackendale Eagles Prov. Park unterwegs aufgefallen ? Da gibt es angeblich richtig viele Adler zu sehen. Die Nairn Falls habe ich mir mal notiert, danke dafür! Weisst Du, ob man auf dem Campground im Nairn Prov. Park auch einfach mit dem PKW eine Nacht verbringen kann, gibt es da ein Office ?
    VG, Schwerti

    PS: Bin schon gespannt, ob Deine weitere Route da hin geht wo ich vermute 🙂

    • Hallo Schwerti!
      Der Hwy 99 ist einfach eine schöne Route und es gibt unglaublich viel zu sehen. Der Brackendale Eagles Prov. Park ist mir jetzt nicht wirklich aufgefallen, aber in der begrenzten Zeit, die mir leider nur zur Verfügung stand konnte man auch schnell einmal etwas übersehen. Adler wären natürlich auch toll gewesen…

      Als ich dort war, habe ich auf dem Campground auch einen Van gesehen in dem jemand übernachtet hat, also denke ich, es ist kein Problem dort mit dem PKW eine Nacht zu stehen.
      Ein Office gibt es nicht. Der Parkranger dreht hier abends (wohl mehrmals) seine Runde und kassiert den Stellplatzpreis ab. Den Stellplatz kann man sich frei nach Verfügbarkeit wählen 🙂

      Falls noch andere Fragen auftauchen kannst du dich auch gerne bei mir melden. Wenn ich weiterhelfen kann, dann mache ich das gerne 🙂

      LG Kerstin

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