Neuseeland-Cape ReingaFährt man von Auckland aus Richtung Norden gelangt man in die Provinz „Northland“, die auch der „winterlose Norden“ genannt wird. Wenn man diesen Kurs beibehält gelangt man schließlich auf die Aupori-Halbinsel, die von den Maori „Fischschwanz“ genannt wird. Die Halbinsel ist gerade mal zwölf Kilometer breit und befindet sich in den subtropischen Breitengraden.

Um den nördlichsten Norden Neuseelands zu erkunden haben wir eine Tagestour zum Cape Reinga gemacht, die uns von Paihia bis zum Kap und wieder zurück brachte. Auf der Tour gab es neben dem Cape Reinga auch eine kurzen Spaziergang in einem Kauriwald, eine Rutschpartie auf einer Düne und eine Fahrt über den berühmten Ninety Mile Beach. Die Tour war klasse und ich würde sie jederzeit weiterempfehlen, auch wenn man dadurch natürlich an die Buszeiten gebunden ist.

Puketi Kauri Forest

Auf dem Weg an die nördlichste Spitze Neuseeland kann man einen Stop im Puketi Kauri Wald einlegen. Der 7.500 ha große Wald beheimatet einige der größten Kauribäume Neuseelands. Die Kauribäume die man dort sieht sind teilweise über 1.000 Jahre alt.

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Puketi Kauri Forest – Manginangina-Kauri-Walk

Auf dem Manginangina Kauri-Walk führt der Pfad durch den subtropischen Regenwald vorbei an Baumfarnen und natürlich an den Kauribäumen. Bevor man den Naturpfad betritt wird darum gebeten, die Schuhe zu desinfizieren. Hierfür gibt es extra Matten über die man läuft. Dadurch wird die empfindliche Flora des Waldes geschützt, besonders natürlich die Kauribäume.

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Baumfarn im subtropischen Regenwald

Ist man dann erstmal auf dem Pfad unterwegs kommt man auch den Bäumen ganz nahe. So ein Kauribaum kann bis zu 50 m hoch werden und einen Stammdurchmesser von 1 bis 4 Metern erreichen. Das ist schon sehr beeindrucken wenn man direkt vor so einem Riesen steht. Wenn man sie so von weitem sieht glaubt man ja erstmal nicht, wie gigantisch die wirklich sind. Ich kam mir dann doch ziemlich klein vor.

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Der Kauribaum und ich

Cape Reinga

Ganz im Norden, dort wo es nichtmehr weiter geht, da liegt das Cape Reinga. Der Name Reinga bedeutet „Unterwelt“ und bezieht sich auf eine Maori-Sage, wonach von dort die Seelen der Toten ihre Reise nach Hawaiki antreten. An der Spitze des Kaps steht ein Puhutukawa-Baum, der angeblich nie blüht. Von dort aus soll die Reise beginnen.

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Leuchtturm am Cape Reinga

Wenn man vom Kap aus auf das Meer schaut sieht man sogar wo die Tasmansee und der Pazifische Ozean aufeinandertreffen. Ich hätte ja nie gedacht, dass man es wirklich erkennen kann, aber man sieht es tatsächlich. Aber zieht euch warm an, wenn ihr dort hin wollt. Es ist verdammt windig da oben. 🙂

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Cape Reinga – Im Hintergrund sieht man wo sich die Tasmansee und der Pazifische Ozean treffen

Das Kap ist allerdings nicht ganz der nördlichste Punkt Neuseelands, der liegt am North Cape, aber es kommt schon sehr nah ran. Auch der Rundumblick, den man von einer etwas erhöhten Stelle aus hat ist wirklich atemberaubend schön.

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Cape Reinga – Ausblick nach Westen

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Cape Reinga – Ausblick nach Osten

Der Parkplatz liegt etwas erhöht. Von dort aus führt ein Weg bis hinunter zum Leuchtturm und (das könnte man zumindest meinen) bis zum Ende der Welt. Vor einem breitet sich das endlose Meer aus und man weiß ganz genau: „Da kommt sehr lange Zeit nichts.“ Es ist schon erstaunlich, dass die Vorfahren der Maori diesen langen (und gefährlichen) Weg auf sich genommen haben um schließlich nach Neuseeland zu kommen.

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Cape Reinga – Leuchtturm

Der Leuchtturm wurde übrigens 1941 vom Cape Maria Van Diemen, welches etwas weiter im Südwesten liegt, an diese Stelle versetzt. Sein Signal bis ca. 50 km weit zu sehen. Für mich sah er aus, als hätte er schon immer da gestanden 😉

Sandboarding at Te Paki

Bei Te Paki gibt es riesige Sanddünen die man, sofern man ein Board dabei hat, hinunterrutschen kann. Das ist mega beliebt und natürlich haben wir uns das auch nicht nehmen lassen die Sanddüne hinauf zu klettern und uns in die Tiefe zu stürzen. Aus eigener Erfahrung kann ich also sagen: Es macht riesen Spaß!!! Wer in der Gegend ist sollte es unbedingt mal ausprobieren.

Sandboarding

Die Karawane erklimmt die Düne

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Board ausrichten…

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… und ab-die-Post!

Am Fuß der Düne war allerdings direkt der Te Paki Stream, weswegen man unbedingt bremsen sollte, sonst könnte die ganze Angelegenheit doch etwas nass werden. Der Fluss ist auch der einzige nördliche Zugang zum Ninety Mile Beach. Wir waren mit einer gebuchten Tour dort und einem Busfahrer der das Gelände gut kennt. Fährt man auf eigene Faust dorthin, dann sollte man aufpassen und sich vorher nach Ebbe und Flut erkundigen, denn der Strand ist nur bei Ebbe befahrbar.

Ninety Mile Beach

Der Ninety Mile Beach liegt an der Westküste der Aupori-Halbinsel und ist eigentlich gar nicht 90 Meilen lang. Es sind eher 60 Meilen (96 km). Bei Ebbe kann man den Strand mit Bus oder Auto tatsächlich befahren, und das sogar mit einer ordentlichen Geschwindigkeit. Es ist ja schon etwas seltsam, wenn man diese riesigen Busse plötzlich auf dem Sandstrand vorbeizischen sieht bzw. wenn man dann selbst in so einem Bus sitzt und neben einem die Wellen fast die Räder berühren.

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Bus auf dem Ninety Mile Beach

Die Dünen auf der Landseite sind fast 140 m hoch und vermitteln einem den Eindruck als wäre man in einer Sandwüste. Was man sich heute kaum mehr vorstellen kann, früher war das Gebiet bewaldet, allerdings wurden die Kauribäume durch Überschwemmungen in der letzten Eiszeit zerstört und davongeschwemmt.

Nach diesem letzten Zwischenstopp ging es wieder zurück nach Paihia von wo aus die Tour gestartet ist. Wer mit dem eigenen Auto unterwegs ist und eine gewisse Liebe zum Nachthimmel hegt, der sollte sich unbedingt den Sternenhimmel am Kap ansehen. Ich habe so viele tolle Bilder davon gesehen, es aber leider nicht selbst erleben dürfen. Allerdings stelle ich es mir ganz wundervoll vor.

Jetzt weißt du, wie mein Tag im „Far North“ gewesen ist und was ich dort alles bestaunen und erleben durfte. Warst du auch schon einmal am Cape Reinga? Dann erzähle mir doch davon.

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