Pico del Teide – Ein Tanz auf dem Vulkan

Wusstest du, dass der höchste Berg Spaniens gar nicht auf dem spanischen Festland zu finden ist? Als ich es das erste Mal gelesen habe, war ich schon etwas überrascht. Der höchste Berg Spaniens ist mit 3718 m der Pico del Teide auf Teneriffa!

Wer nach Teneriffa fliegt, dem kann ich eigentlich nur empfehlen, den Nationalpark rund um den Pico del Teide zu besuchen und sich hierfür auch ausreichend Zeit zu nehmen, denn es gibt hier jede Menge zu entdecken.

Pico del Teide – Durch die Caldera

Durch den Nationalpark führt von West nach Ost eine einzige Straße, die sich durch die Canada Llano de Ucanca schlängelt. Die Gegend wirkt irgendwie unwirklich, fast wie von einem anderen Stern und gerade wegen ihrer Kargheit wirkt es auf mich irgendwie faszinierend. Es ist gar nicht so einfach, ständig rechts und links zu gucken und gleichzeitig gradeaus zu fahren.

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Die Straße durch die Caldera

Wer, wie ich, den Nationalpark von Westen her betritt, der kommt bereits nach kurzer Zeit zum ersten Höhepunkt des Parks. Nämlich zur Felsformation Roques de Garía. Bereits auf dem Parkplatz merkt man, dass die Felsen ein Besuchermagnet sind, trotzdem wollte ich mir die Felsen natürlich nicht entgehen lassen, zumal ich auch bereits bei Tageslicht die Gegend etwas auskundschaften wollte. Warum? Dazu kommen wir später, keine Bange.

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Roques de García mit Blick auf den Teide
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Roques de García mit Blick auf den Teide

Es gibt hier einen Aussichtspunkt zu dem man mit einer kleinen Klettertour kommt und der einem einen tollen Ausblick über die Caldera gibt.

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Blick auf die Caldera

Entstanden ist die Caldera übrigens dadurch, dass es hier vor sehr langer Zeit einen sehr viel größeren Vulkan gab, der dann irgendwann einfach explodiert ist und nur diesen Kraterrand zurück ließ. Den Rand nimmt man auch erst wahr, wenn man an einem erhöhten Punkt steht. Irgendwie kann man sich gar nicht so recht vorstellen, wie groß dieser Vulkan gewesen sein muss.

Auf der gesamten Strecke durch den Nationalpark gibt es immer wieder Parkplätze von denen kleine Wege abgehen, denen man dann in diese unwirkliche Welt aus Stein und Sand folgen kann. Vermutlich kann man sich allein hierbei stundenlang aufhalten. Ich persönlich bin nur ein paar mal ein kurzes Stück gelaufen, aber immer nur so weit, dass ich den Parkplatz noch sehen konnte. Trotzdem ist es ein ganz besonderes Gefühl, ganz alleine in diesen Stein- bzw. Sandlandschaften zu stehen. Denn anders als an den Roques de García ist auf der restlichen Strecke meist weit und breit niemand zu sehen.

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Alleine in der Wüste
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Sand und Steine so weit das Auge reicht in der Caldera

Pico del Teide – Mit der Gondel auf den Gipfel

Nicht nur die Fahrt von West nach Ost lohnt sich im Nationalpark. Besonders lohnenswert ist auch die Fahrt mit der Seilbahn auf den Gipfel. Oder besser bis fast auf den Gipfel des Pico del Teide, denn die Gondel bringt einen „nur“ bis auf die Stufe unterhalt des Gipfels auf 3550 m. Für die Besteigung der letzten Meter bis ganz nach oben benötigt man dann allerdings einen Berechtigungsschein, den man sich besser vorher besorgen sollte, denn täglich dürfen hier nur maximal 200 Personen auf den Gipfel. Ich bin dafür allerdings definitiv zu unsportlich.

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Seilbahn am Pico del Teide

Wer sich entschließt mit der Seilbahn zu fahren, dem kann ich eigentlich nur empfehlen so früh wie möglich dort zu sein. Die Parkplatzsuche gestaltet sich hier wirklich wirklich schwierig und dann muss man auch noch eine gewisse Zeit für das Anstehen einrechnen. Das ist zwar etwas nervig, aber es lohnt sich.

Hat man es dann aber endlich in die Gondel geschafft, ist man innerhalb von 8 Minuten in der Bergstation. Und der Blick, den man von hier aus hat ist wirklich fantastisch!

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Blick aus 3550 m Höhe

Es ist einfach unglaublich schön, wenn sich unter einem die Wolken ausbreiten. Bei klarer Sicht kann man auch die umliegenden Inseln erkennen. Bei mir haben sie sich nur am Horizont angedeutet. Trotzdem hätte ich ewig dort stehen können.

Wie zu erwarten war, ist an der Bergstation auch wieder einiges los. Von hier aus gibt es einige Wege, denen man folgen kann. Die Wege führen über Lavafelder und sind leider ziemlich hoch frequentiert. Trotzdem lohnt es sich zumindest mal ein paar Schritte zu gehen, was bei der Höhe auch schon echt anstrengend werden kann. Aber was tut man sich alles für so einen Blick!

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Blick über Teneriffa
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Der Gipfel des Pico del Teide
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Die Caldera

Pico del Teide – Wenn die Sonne in den Wolken versinkt

Ich bin ja normalerweise nicht so schnell dabei zu sagen „Das müsst ihr unbedingt machen!“ ABER: Wenn du auf Teneriffa bist, dann suche dir wenigstens einmal einen Aussichtspunkt im Teide-Nationalpark, von dem aus du dir den Sonnenuntergang ansehen kannst. Ehrlich! Es war einer meiner Highlights auf der Insel. Es gibt überall im Park Stellen an denen man anhalten kann. Du solltest nur rechtzeitig da sein, denn die beliebten sind schnell besetzt.

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Sonnenuntergang über den Wolken

Ich liebe Sonnenuntergänge und zu sehen, wie die Sonne ganz langsam in den Wolken versinkt war einfach ein riesiges Glücksgefühl für mich.

Ich hatte mir für dieses Highlight eine Parkbucht auf dem Weg zum Observatorium gesucht. Der Vorteil hieran war, nur ein weiteres Auto mit zwei Personen hatte den Weg hierher gefunden. Somit waren wir mit diesem fantastischen Blick nur zu dritt, während sich an anderen Stellen ganze Busse stauten. Außerdem hatte ich hier auch noch einen perfekten Blick auf den Teide.

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Sonnenuntergang am Pico del Teide
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Abenddämmerung am Teide

Pico del Teide – Und nur die Sterne über uns

Obwohl mich der Sonnenuntergang doch etwas sprachlos zurückgelassen hatte, konnte ich es kaum erwarten, dass der Himmel dunkel wurde. Denn das war der eigentliche Grund, warum ich in den Teide-Nationalpark gekommen war. Eigentlich war es sogar der Grund, warum ich mich dazu entschlossen hatte nach Teneriffa zu fliegen.

Der Sternenhimmel!

Die staubfreie Luft und das Fehlen von anderen Lichtquellen in der Nacht bieten perfekte Voraussetzungen zum beobachten (oder in meinem Fall zum fotografieren) des Sternenhimmels. Und ich wurde nicht enttäuscht. Schon einige Zeit nachdem die Sonne verschwunden war, kamen die ersten Sterne.

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Sternenhimmel an den Roques de Gracía

Sternegucken ist hier wahnsinnig beliebt, deswegen muss man etwas suchen um ein ungestörtes Plätzchen zu finden, aber wenn man dann dort steht, mitten im nirgendwo, alleine und über einem breitet sich nur diese funkelnde, schwarze Decke aus, dann merkt man erst, wie klein man selbst eigentlich ist…

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Sternenhimmel über dem Teide
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Die Milchstraße
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Die Milchstraße

Für mich war es das erste Mal, dass ich wirklich versucht habe die Sterne zu fotografieren und es war für mich so schön, dass ich am liebsten die ganze Nacht dort geblieben wäre. Aber irgendwann musste ich dann doch den Rückweg über die Serpentinen antreten.

Die Sterne waren mein persönliches Highlight im Teide-Nationalpark. Warst du auch schon einmal dort und hast die Sterne bewundert?

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8 Comments

  • Ich kann mich nur anschließen. Besonders sind die Nachtaufnahmen sind wunderschön! Ich war vor Jahren mal auf Teneriffa und wünschte jetzt, ich hätte den Nationalpark damals auch besucht.

    • Hallo Silja,
      vielen Dank 🙂
      Den Besuch kannst du ja vielleicht irgendwann noch einmal nachholen.

      LG Kerstin

  • Die Sternaufnahmen sind wirklich der Hammer, wahnsinn, wie gut die dir geglückt sind. Bin schwer beeindruckt. Hast du die Bilder noch nachbearbeitet? Ich war zwar auch schon mal auf Teneriffa, aber das ist schon einige Zeit her und irgendwie habe ich diesen tollen Nationalpark nicht so richtig wahr genommen und auch den Teide nur von Weitem gesehen. Das sollte ich definitiv ändern und noch mal hin.

    • Hallo Pia,
      ich fotografiere im RAW-Format, deswegen werden alle Bilder noch einmal bearbeitet, sonst wirken sie echt fad 😉 Bei den Sternbildern ist das nochmal eine etwas größere Fummelarbeit, damit man die Sterne auch sieht.
      Wenn du nochmal hinkommst, schau ihn dir den Nationalpark auf jeden Fall noch an. Ich fand ihn wirklich ganz toll, auch wenn ich am Anfang dachte, es wäre nur eine öde Steinwüste 🙂 Die Landschaft hat mich ganz schnell eines besseren belehrt.

      LG Kerstin

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