Rotorua – Geysire und Schwefelduft

RotoruaIm Landesinneren der Nordinsel liegt Rotorua. Bekannt ist die Stadt bzw. die Umgebung von Rotorua vor allem für ihre heißen Quellen und Thermalbäder. Denn die ganze Gegend zählt zu einer immernoch sehr aktiven Thermalregion Neuseelands. Aus Erdspalten treten hier überall Schwefeldämpfe aus… und das riecht man! Der Geruch nach faulen Eiern ist wirklich unglaublich penetrant, zumindest am Anfang, aber irgendwann gewöhnt man sich einfach daran. Ich habe nach ca. 1 Stunde schon nichts mehr davon wirklich wahr genommen. Nur am nächsten Morgen, als ich aufwachte, dachte ich zuerst in meinem Zimmer wäre echt schlechte Luft, bis mir wieder einfiel, dass ich eben in Rotorua war.

Natürlich gibt es auch Menschen, die da sehr empfindlich sind (ich habe etliche Hotelbewertungen gelesen, in denen sich Leute über den Geruch beschwert haben…). Diesen kann ich eigentlich nur davon abraten in der Gegend zu übernachten. Der Geruch zieht wirklich durch jede Ritze! Und das Hotel kann da auch garnichts dafür.

Da bleibt einem eigentlich nur „Nase zu und durch“, denn sonst lässt man sich wirklich wunderbare Erfahrungen entgehen.

Rotorua – Te Puia

Im Umland von Rotorua gibt es natürlich auch entsprechende Attraktionen, die man besuchen kann. Das Areal von Te Puia ist so eine Attraktion. Dort wird zum einen die Handwerkskunst der Maori ausgestellt (Schnitzereien, Webstücke), zum anderen ist hier aber auch die typische Architektur der Maori zu besichtigen. Denn das gesamte Gebiet ist von hoher kultureller Bedeutung für die Maori.

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Maori-Maske

Außerdem befindet sich auf dem Areal auch ein Kiwi-Haus. Hier wurden Tag und Nacht so zu sagen umgedreht, so dass die Besucher die Chance haben den nachtaktiven Kiwi zu sehen (wenn er sich denn mal zeigt).

Rotorua – Blubbernde Schlammlöcher

Vom Eingangsbereich führt ein Rundweg einmal über das ganze Gelände. Dabei sieht man immer wieder die Auswirkungen der vulkanischen Aktivitäten. Überall dampft und qualmt es. Einfach toll. Ich mag sowas ja irgendwie.

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Te Puia

Eine der ersten „Stationen“ ist der Schlammpool. Der ein oder andere wird sich jetzt wohl fragen, was an einem Schlammpool jetzt so toll sein soll, aber ich fand es total faszinierend, wie der Schlamm dort so vor sich hin blubberte. Ehrlich! Ich hätte dort stundenlang stehen können und den immer wieder neu aufsteigenden Blubberbläschen zusehen können. Aber es gab schließlich noch mehr zu sehen. Also habe ich ein Erinnerungsfoto davon gemacht.

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Blubb!

Rotorua – Der Pohutu-Geysir

Die Anlage bietet nämlich noch eine weitere Sehenswürdigkeit (nein, die Schlamm-Blubber-Blasen waren nicht das Highlight). In Te Puia gibt es den größten Geysir der südlichen Hemisphäre. Der Pohutu-Geysir kann eine Höhe von 30 m erreichen und das (zur Freude aller Besucher) auch noch sehr schön regelmäßig. Bis zu 25 mal am Tag schießt er seine Wasserfontäne in die Höhe.

Eigentlich sind es sogar zwei Geysire, die hier ganz dich bei einander an die Oberfläche treten. So zu sagen der „klein Bruder“ des großen Pohutu-Geysir ist der Prince of Wales Feathers Geyser

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Prince of Wales Feathers Geyser

Er kommt etwas seitlich aus dem Gestein und es hieß, dass der Kleine den Ausbruch des Großen eigentlich immer ankündigt. Bei unserer Ankunft sprudelte er auch schon fröhlich vor sich hin und die Aufregung stieg, denn es konnte ja nicht mehr lange daueren.

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Pohutu-Geysir

Leider ist es mit der Natur aber so eine Sache. Sie hält sich nicht an Regeln. Normalerweise ist der Pohutu-Geysir zuverlässig (und das ohne irgendwelche Zusätze), aber genau an dem Tag wollte er einfach nicht (später haben wir erfahren, dass der Geysir am Vormittag bereits überdurchschnittlich lange aktiv gewesen war).

Er ließ sich wirklich sehr bitten und viele Besucher waren bereits enttäuscht von dannen gezogen, aber wir wollten einfach nicht aufgeben. Geschlagene 1,5 Stunden haben wir gewartet. Doch dann wurden wir belohnt und das große Spektakel ging endlich los.

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Pohutu-Geysir

Ich habe noch nie einen Geysir live gesehen und war begeistert. Das warten hatte sich hier definitiv gelohnt. Ich dachte ja auch, das Schauspiel wäre nach ein paar Minuten vorbei (wie gesagt, mein erster Geysir überhaupt), aber weit gefehlt. Nach einer halben Stunde „Ah“s und „Oh“s meinerseits haben wir uns auf den Rückweg gemacht, aber da sprudelte der Pohutu-Geysir immernoch ungemindert in die Höhe. Auf dem Rückweg habe ich auch immer wieder zurück geschaut um noch einmal einen Blick auf den Geysir zu werfen. Ich konnte mich garnicht satt sehen.

Für mich hat sich der Ausflug nach Te Puia definitiv gelohnt und ich bin sehr glücklich weitergefahren.

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Silikat-Terrassen
Für mich war der Besuch in Te Puia einfach nur ein unvergessliches Erlebnis. Neben den Geysiren haben mich vor allem die Farben an den Silikat-Terrassen fasziniert. Fast wäre es eine kleine Enttäuschung geworden, aber mit etwas Geduld wurde es zu einem wundervollen Moment in dem ich meinen ersten Geysir sehen durfte.

 

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