Sian Ka’an ist ein über 5.000 km2 großes Naturschutzgebiet südlich von Tulum, welches die UNESCO in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen hat. Hier finden sich Regenwälder, Mangrovensümpfe; Palmenhaine und wunderschöne Sandstrände. Das Gebiet umfasst zusätzlich noch die dortigen Gewässer mit ihren Korallenriffen.

Hier kann man sich wirklich einen ganzen Tag aufhalten und hat doch nur einen winzigen Bruchteil dieser fantastischen Natur gesehen. In der Sprache der Maya bedeutet Sian Ka’an „Ort, wo der Himmel geboren wurde“. Natürlich gibt es auch hier wieder einige Mayaruinen, aber diese waren dieses Mal nicht das Ziel.

Sian Ka’an – Über die Lagune und durch die Mangroven 

Vom Eingang des Biosphärenreservats aus ging es mit Kleinbussen über eine Schlaglochstraße in den dichten Urwald. Gefühlt eine halbe Ewigkeit schaukelten und ruckelten wir über die Schottenpiste bis wir irgendwo im nirgendwo anhielten und ausstiegen. Nach einem kurzen Fußmarsch, auf dem wir im Boden direkt neben dem Weg noch das Loch einer Vogelspinne entdeckten, kamen wir zu einem keinen Anleger. Die Gruppe wurde auf kleine Boote zu je 6 Personen aufgeteilt, mit denen es über die Lagune gehen sollte.

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Mit dem Schnellboot über die Lagune

Die Lagune ist gerade mal zwischen 0,30 m und 3,0 m tief. Die kleinen flachen Schnellboote sind somit optimal geeignet um die Lagune zu überqueren. 

In weiten Bereichen sieht man hier nur das unendliche Blau des Wassers, dann tauchen wieder die grünen Mangroveninseln auf. San Ka’an bietet einen Lebensraum für unzählige Tierarten. Besonders bei Vögeln ist die Region sehr beliebt, aber auch alle anderen Tiere fühlen sich hier wohl.

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In den Mangroven

Je dichter und höher die Mangroven werden umso mehr Vögel lassen sich blicken. Auf der sogenannten Vogelinsel haben wir Pelikane, Reiher und Fregattvögel gesehen.

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Pelikane auf der „Vogelinsel“

Nach einer ca. 2 stündigen Fahrt über die Lagune landeten wir mit den kleinen Booten in einem kleinen Dorf an der Spitze der Halbinsel. Wer Einsamkeit sucht, der ist hier genau richtig. Von den Booten aus folgte wieder ein kleiner Fußmarsch durch das Örtchen, bis wir schließlich den Strand erreichten. Hier standen erneut kleine Boote für uns bereit, mit den es nun auf das Meer hinaus ging.

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Strandidylle

Sian Ka’an – Begegnung mit den Meeresbewohnern

Wir hatten ziemliches Glück, denn das Meer war an diesem Tag extrem ruhig. Dadurch gab es kaum Wellengang. (Von einer österreichischen Familie, die ich kennengelernt hatte, habe ich erfahren, dass drei Tage später 3m hohe Wellen die Fahrt extrem erschwert hatte… wie gesagt, ich hatte ziemliches Glück)

Mit den Booten ging es dann auch direkt auf die Suche nach den Delphinen, welche sich auch fast sofort zeigten und mit uns um die Wette schwammen. So nah war ich noch nie an diesen wundervollen Tieren dran. Überall um uns herum tauchten die flinken Schwimmer immer wieder auf, nur springen wollten sie nicht.

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Delphin

Tierbegegnungen kann man nicht planen, schließlich halten sie sich nicht an irgendwelche Terminpläne. Umso aufgeregter waren alle, als plötzlich der Ruf eines der Bootsführer kam „Turtle!“ Schildkröte?! Wo?! Natürlich Unterwasser. Ich habe noch nie eine Schildkröte in freier Wildbahn gesehen und war total begeistert. Als kleines Goody sprang sie dann sogar noch aus dem Wasser (Ja, auch Schildkröten können springen ^^). Es war wirklich ein tolles Erlebnis.

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Schildkröte

Danach hatten sich die Boote etwas zerstreut. Und als wäre die Schildkröte nicht schon toll genug gewesen, hörten wir plötzlich neben uns ein leises Schnaufen. Neben unserem Boot war doch tatsächlich eine Manati, eine Seekuh, aufgetaucht um mal zu schauen, wer wir denn so sind und was wir da machen.

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Seekuh – Hallo, wer bist du denn?

Seekühe sind vom Aussterben bedroht und dürfen auch nicht aktiv von den Bootsführern gesucht werden. Umso schöner war es, dass uns dieses sanfte Tier besuchte. Ein paar Mal schwamm sie um unser Boot, dann tauchte sie wieder ab und setzte, genau wie wir, ihren Weg fort.

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Seekuh Unterwasser

Sian Ka’an – Das Riff

Nach den wundervollen Begegnungen mit den Meeresbewohner ging es weiter bis zum Riff. Bewaffnet mit Taucherbrille, einer lästigen Schwimmweste und meiner kleinen GoPro ging es zum Schnorcheln. Das Riff besteht hauptsächlich aus Fächerkorallen. 

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Fächerkoralle

Durch das klare Wasser kann man die Korallen wirklich ganz wunderbar bestaunen. Aber hier gilt natürlich: Nur gucken, nicht anfassen!! Damit uns diese faszinierende Welt noch lange erhalten bleibt. 

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Sian Ka’an – Die Traumbucht

Letzter Stopp der Tour war die, ich nennen sie mal „Verliebte-Pärchen-Traumstrand-Foto-Bucht“. Ein bisschen Kitsch muss eben auch sein. Aber das Wasser war wirklich traumhaft. Hatten ein bisschen was von einer riesigen Badewanne. Ein bisschen alberne Fotos machen, ein bisschen schwimmen, dann ging es auch schon wieder zurück.

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Sian Ka’an – Abschied in der Abenddämmerung

Nach der Rückkehr gab es dann einen letzten Bootswechsel. Mit den kleinen  Schnellbooten ging es über die stille Lagune zurück zu unserem Ausgangspunkt. Dabei schien es, als würde sich Sian Ka’an uns noch einmal mit seiner besten Seite verabschieden wollen. Und so bekamen wir zum Abschluss noch einen traumhaftes Farbenspiel zum Sonnenuntergang. Da ich in einem der ersten Boote saß, hatte ich fast das Gefühl ganz allein in diesem wunderschönen Farbenwirbel zu sein. 

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Sonnenuntergang in Sian Ka’an

 

Das war mein Tag im Biosphärenreservat Sian Ka’an. Für mich war es einfach nur ein gigantisches und wundervolles Erlebnis. Warst du auch schon einmal dort?

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