Der Icefields Parkway zählt wirklich zu den Highlights einer Reise in den Westen Kanadas. Es gibt hier unzählige natürliche Sehenswürdigen und Attraktionen. An jeder Ecke gibt es wunderschöne Aussichtspunkte und die Natur verzaubert einen immer wieder aufs Neue. Für mich persönlich ein absolutes Must-Do!

Icefield Parkway – Facts

Der Icefields Parkway verbindet auf einer Strecke von ca. 230 km den Jasper Nationalpark mit dem Banff Nationalpark im kanadischen Bundesstaat Alberta und gilt zurecht als eine der schönsten Straßen der Welt.

Die Strecke führt durch die kanadischen Rocky Mountains und ist einfach nur traumhaft.

Ich bin die Strecke von Jasper aus bis nach Banff gefahren. Andersrum geht es aber genauso und ist auch genauso schön.

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Der Icefields Parkway

Am Besten besorgst du dir in Jasper oder Lake Louise in der Touristeninformation eine Karte des Icefields Parkway. Dort sind alle wichtigen und sehenswerten Punkte eingetragen, so verpasst du garantiert keines der vielen Highlights.

Wer es eilig hat, kann natürlich einfach die Straße entlang fahren und ist in ein paar Stunden durch. Gesehen hat man dann allerdings nichts. Um dem Icefields Parkway auch die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die er verdient, solltest du dir auf jeden Fall etwas Zeit einplanen. Ich würde sagen mindestens 2 Tage solltest du hier kalkulieren. Je mehr Zeit du einplanst, umso intensiver kannst die die Nationalparks natürlich erleben.

Wenn du mehr Zeit einplanst, hat das natürlich auch den Vorteil, dass du etwas Puffer hast, wenn das Wetter mal nicht mitspielt, wie bei mir. Ich hatte zum Beispiel mitten auf dem Icefields Parkway einen Schneesturm und die wunderschöne Panoramastraße war komplett grau in grau. Hätte ich hier nicht die Gelegenheit gehabt, einen Teil der Straße noch einmal zu fahren, wäre ich wohl sehr enttäuscht gewesen. Einen Tag später sah die Welt nämlich schon wieder ganz anders aus.

Der Athabasca Gletscher wolkenverhangenDer Athabasca Gletscher bei Sonnenschein

Der Icefields Parkway –  Von Jasper nach Lake Louise

Aufgrund meiner Gesamtroute war mein Startpunkt für den Icefields Parkway der kleine Ort Jasper. Somit bin ich die Strecke von Nord nach Süd gefahren. Wie gesagt ist es aber anders herum genauso schön, je nachdem aus welcher Richtung du eben kommst.

Bevor es auf die “Traumstraße” ging hatte ich hier einen längeren Aufenthalt um erst einmal die Umgebung von Jasper zu erkunden. Schon allein hier gab es so viel zu sehen. Wenn es dich interessiert kannst du hier (Der Jasper Nationalpark – Meine Highlights) nachlesen, welche persönlichen Highlights ich für mich im näheren Umkreis von Jasper gefunden habe.

Aufgrund der Wetterlage (Pünktlich zum 01. Oktober fing es an zu schneien…) habe ich sogar einen Tag länger in Jasper drangehängt, als es eigentlich der Plan war. Aber ich hatte die Hoffnung, dass ich so den Icefields Parkway in seiner ganzen Pracht genießen könnte, statt bei Schneefall und trüben Wolken. Ganz geklappt hat das zwar nicht, aber einen Versuch war’s Wert, und das Wetter hatte sich auch etwas gebessert, zumindest kurzzeitig.

Icefield Parkway – Meine Highlights

Gleich vorweg, der Icefields Parkway ist eigentlich ein einziges großes Highlight, welches sich in ganz viele kleinere Highlights unterteilt. Mit einmal fahren kann man garnicht alles sehen, was es zu sehen gibt. An jeder Ecke entdeckt man einen neuen Aussichtspunkt mit einem neuen, tollen Fotomotiv. Würde man an jedem Anhalten, dann käme man garnicht wirklich von der Stelle. In der Karte des Icefields Parkway, die du in den Visitorcenters sowohl in Jasper als auch in Lake Louise bekommst sind alle Sehenswürdigkeiten markiert und du musst dich dann “nur noch” entscheiden ob du dort anhältst oder weiterfährst. Aber das ist auch schon schwer genug.

In den Sommermonaten gibt es auf der Strecke mehrere Campgrounds die geöffnet haben, so kannst du die Strecke ganz entspannt in mehreren Etappen angehen und siehst natürlich mehr und kannst zwischendurch auch mal eine Wanderung einschieben. Im September / OKtober als ich in Kanada war, gab es diese Möglichkeit leider nicht, so dass ich die Stopps etwas straffen musste.

Meine persönlichen Highlights möchte ich dir jetzt trotzdem vorstellen.

Athabasca Falls

Wer, wie ich, auf dem Icefields Parkway keine Übernachtung einplanen kann (weil die meisten Campgrounds schon geschlossen haben z.B.), der kann auch von Jasper aus erstmal nur einen Teil der Strecke fahren und die ersten Attraktionen so als Tagesausflug bestaunen.

Innerhalb von ca. 30 Minuten zum Beispiel ist man über den Highway 93 von Jasper aus bei den Athabasca Falls.

Ob als Tagesausflug oder im Zuge des Icefields Parkway. Hier anzuhalten ist eigentlich ein muss(!), denn die Athabasca Falls zählen zu den absoluten Hauptattraktionen dieser Strecke. Dementsprechend viel los ist hier natürlich auch wieder. Früh da sein lohnt sich also, wenn man etwas mehr Ruhe haben möchte.

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Athabasca Falls

Über einen kurzen Fußweg gelangt man vom Parkplatz aus zu den Wasserfällen. Hier stürzt der Athabasca River mit seinen beeindruckenden Wassermassen ca. 20 Meter in die Tiefe.

An den Wasserfällen entlang führt ein gut ausgebauter Weg, der schließlich sogar mit einer Brücke den Fluss quert. So kannst du die Wasserfälle von allen Seiten bewundern.

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Athabasca Falls

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Athabasca Falls

Sunwapta Falls

Fährt man von den Athabasca Falls noch ein etwa 24 km weiter Richtung Süden erreicht man gleich den nächsten Wasserfall. Die Sunwapta Falls.

Wie schon bei den Athabasca Falls führt auch hier ein kurzer, gut befestigter Fußweg zu den Wasserfällen. 18 m stürzt hier der Sunwapta River in die Tiefe und ist damit fast genauso beeindruckend wie die großen Athabasca Falls. Einfach nur WOW!

Außerdem war hier viel weniger los als an den Athabasca Falls.

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Sunwapta Falls

Columbia Icefield und das Columbia Icefield Discovery Center

Das Columbia Icefield ist riesig. Mit einer Fläche von der Größe von Vancouver ist es sogar das größte Eisfeld der Rocky Mountains.

Etwa auf halber Strecke zwischen Jasper und Lake Louise befindet sich das Columbia Icefield Discovery Centre.

Es liegt direkt am Icefields Parkway und hat einen riesigen Parkplatz, auf dem du zur Not sogar übernachten darfst, wenn du freundlich nachfragt.

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Athabasca Gletscher

Aber du kannst deinen Camper natürlich auch einfach nur abstellen und im Discovery Centre eine der vielen Touren buchen oder dir Informationen zu den Gletschern holen.

Die wohl bekannteste  und auch beliebteste Tour hier ist die Fahrt auf den Gletscher mit dem Ice Explorer. Dabei wird die abenteuerlustige “Horde” mit speziellen Fahrzeugen bis direkt aufs Eis gefahren, wo man dann einen kurzen Spaziergang über den Gletscher machen kann.

Die Tour wird auch im Paket mit dem Skywalk angeboten und ist regelmäßig ausgebucht.

Wer die Tour machen möchte sollte deshalb besser vorher buchen, damit es keine Enttäuschung gibt.

Direkt gegenüber des Dicovery Centre sieht man den Athabasca Gletscher. Hier gibt es auch einen Weg, der einen ganz nah an den Gletscher heran bringt. Allerdings war bei meiner Ankunft dort das Wetter sehr schlecht, so dass ich diesen leider auslassen musste. Der Weg war einfach, trotz Wanderschuhen, zu rutschig und damit zu gefährlich.

Wenn du die Möglichkeit hast, dann solltest du die kleine Wanderung aber auf jeden Fall machen.

Glacier Skywalk

6 km nördlich des Columbia Icefield Discovery Centre liegt der erst 2014 eröffnete Glacier Skywalk.

Ich habe mir den Spaß gegönnt und habe die Tour zum Glacier Skywalk gebucht. Diese Tour gibt es sowohl als Einzeltour als auch als Paket zusammen mit einer Fahrt zum Athabasca Gletscher. Wer das Paket haben möchte, der sollte es am besten vorher buchen, denn als ich am Visitor Center ankam war die Tour bereits ausgebucht und es gab nur noch den Skywalk als Einzeltour. Mich hat das jetzt nicht sonderlich gestört, da ich sowieso nicht auf den Gletscher wollte, ansonsten wäre das echt ärgerlich nach dem langen Anstehen.

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Glacier Skywalk

Für den Skywalk bekommt man einen Time-Slot und dann geht es mit einem Bus vom Visitor Center am Columbia Icefield zum Skywalk. Eine andere Möglichkeit dort hinzukommen gibt es leider nicht, da es dort eine Parkplätze gibt. Im Bus wird man ein bisschen nett unterhalten und in kürzester Zeit ist man auch schon da.

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Auf dem Skywalk

Der Skywalk ist definitiv nichts für Menschen mit Höhenangst, denn die Aussichtsplattform hat einen Glasboden, durch den du in den Abgrund unter deinen Füßen schauen kannst. Ich liebe ja solche Attraktionen und bin bei sowas immer ganz begeistert, aber es ist halt definitiv nicht für jeden was. Schon vom Eingang aus sieht man die Konstruktion, die ca. 280 m über dem Canyon hängt. Auf der Aussichtsplattform zu stehen und in die Weite der Landschaft zu schauen ist aber auf jeden Fall ein Erlebnis.

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Am Skywalk

Der Spaß ist zwar nicht günstig (einmal Skywalk mit Bus Hin- und Rückfahrt haben 35 Dollar gekostet), aber für mich hat es sich definitiv gelohnt.

Big Bend

Etwa 14 km südlich des Columbia Icefield Discovery Centre gibt es links der Fahrbahn eine großzügige Haltebucht. Hier solltest du auf jeden Fall anhalten(!), denn von hier aus hast du einen wirklich gigantischen Blick auf die Rocky Mountains und die Straße, die sich durch die Berge schlängelt. Diesen Ausblick findest du auch auf vielen Fotos, denn das Panorama ist einfach nur schön. Es selbst zu sehen ist aber tausendmal schöner als es nur auf Fotos zu bewundern.

Der Aussichtspunkt wird gerne als “Big Bend” betitelt, denn Big Bend heißt soviel wie “große Kurve” und genau diese findet man, wenn man vom Aussichtspunkt aus von Süden kommend noch ein Stückchen weiter fährt. Es ist die einzige Kurve dieser Art auf der Strecke und eigentlich kaum zu verfehlen.

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Aussicht auf den Icefields Parkway und die Rocky Mountains

Peyto Lake

Mit seinem unglaublichen Blau ist der Lake Peyto der wohl berühmteste See auf dem Icefields Parkway. Der Blick von der Aussichtsplattform ist aber auch wirklich einfach nur gigantisch. Ein wahres Postkarten Motiv!

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Peyto Lake

Die Einfahrt zum Aussichtspunkt des Peyto Lake befindet sich ca. 5,5 km nördlich des Bow Lake (zu dem wir gleich noch kommen). Der Weg vom Parkplatz zur Aussichtsplattform kann etwas abenteuerlich werden, wenn es geschneit hat und der Schnee über Nacht gefroren ist, dann gibt es hier eine spiegelglatte Rutschbahn und man muss verdammt aufpassen.

Direkt an der Aussichtsplattform gibt es nur die Parkplätze für die Busse. So können die Massen einfach aus dem Bus auf die Plattform strömen, Foto machen und gleich wieder zurück zum Bus.

Bow Lake

Ziemlich am Ende des Icefield Parkways, ca. 40 km nördlich des Ortes Lake Louise liegt der Bow Lake.

Vom Icefields Parkway zweigt eine Einfahrt zu einigen Picknickplätzen und zur Num-Ti-Jah-Lodge ab. Ich habe diese Einfahrt mehr durch Zufall gefunden, da ich nach meinem Abenteuer “Im Schneesturm über die Rocky Mountains” erstmal eine Pause brauchte. Daher habe ich den erstbesten Parkplatz angefahren der auf meinem Weg lag und das war eben der Parkplatz vom Bow Lake.

Nach ein bisschen Durchschnaufen, und da ich sowieso auf Toilette musste, habe ich mich dann trotz der Kälte und des Schnees dazu entschlossen einen kurzen Spaziergang am See entlang zu machen. Fast wäre mir eine wahre Perle des Icefields Parkway entgangen. Denn der Stopp am Bow Lake war eigentlich garnicht geplant gewesen.

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Der Bow Lake im Schnee

Der Spaziergang hat sich definitiv gelohnt und durch den Schnee waren erstens nicht sehr viele Leute unterwegs und zweitens hatte der See so etwas ganz Besonderes für mich.

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Verschneite Landschaft

Ich muss auch sagen, mir persönlich hat der See verschneit auch noch besser gefallen als einige Tage später, als ich hier noch einmal im Sonnenschein und bei strahlendem Himmel angehalten habe, obwohl er da natürlich immernoch toll aussah.

Ich würde sagen, der Bow Lake lohnt sich bei jedem Wetter.

Ende des Icefields Parkway – Lake Louise

Nach ca. 230 km wunderbarer, abwechslungsreicher Landschaft erreicht man das Ende des Icefields Parkway in Lake Louise. Der Ort heißt genauso, wie der berühmte See, den du dir bei einem Besuch definitiv nicht entgehen lassen solltest. Auch hier habe ich mich einige Tage aufgehalten und die Gegend erkundet. Unter anderem war das Örtchen und er dort gelegene Campingplatz Ausgangspunkt für meine Ausflüge zum Lake Louise und zum Moraine Lake.

Meine Highlights findest du hier: Der Banff Nationalpark – Meine Highlights

Außerdem bin ich von hier auch nochmal einen Teil des Icefields Parkway bei besserem Wetter zurück gefahren. Das ist der Vorteil, wenn man ein bisschen Zeitpuffer hat.

Tierbeobachtungen auf dem Icefields Parkway

Der Icefields Parkway ist Natur pur. Und mit etwas Glück kannst du hier auch einige Tierbeobachtungen machen. Während meiner Fahrt auf dem Icefields Parkway habe ich zwar selbst keine “großen” Tiere gesehen, aber das lag wohl auch ein bisschen an dem doch, gerade am Anfang, recht schlechten Wetter mit Schnee, Eis und Wind. Da möchte auch ein Schwarzbär nicht wirklich draußen herumlaufen.

 Aber gerade morgens und abends hast du auf der Strecke die besten Chancen Tiere am Straßenrand der zumindest in der Nähe der Straße zu sehen.

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