Unterwegs in den Fjorden – Der Milford Sound

Milford SoundHohe Berge, tiefe Fjorde und gigantische Wasserfälle. All das findest du im Milford Sound, Neuseelands wohl berühmtesten Wahrzeichen des Fiordland Nationalparks.

Es ist einer der Orte, von dem dir alle sagen, du musst ihn unbedingt gesehen haben, wenn du in Neuseeland bist. Und was soll ich sagen, es stimmt. Der Milford Sound ist wirklich unglaublich beeindruckend. Ich kann nur immer wieder staunen, welche Wunder die Natur hervorbringt.

Aber nicht nur der Fjord an sich ist hier sehenswert, nein, schon der Weg über die Milford Road ist ein Erlabnis für sich. Hier ist der bekannte Spruch „Der Weg ist das Ziel“ wirklich unglaublich passend. Denn die Landschaft, durch die du auf dem Weg zum Milford Sound fährst, macht das Ziel schon fast ein bisschen zur Nebensache. Du solltest hier auf jeden Fall genug Zeit einplanen, um immer wieder anzuhalten und die Naturwunder zu bestaunen.

Milford Road – Auf dem Weg zum Milford Sound

Es gibt nur eine Straße, die zum Milford Sound führt, die Milford Road. Auf ca. 120 km verbindet sie Te Anau mit Milford Sound und ist wegen ihrer grandiosen Landschaft sogar zum Welterbe erklärt worden. Wenn du dich entschießt dort entlang zu fahren, solltest du versuchen entweder vor oder nach den großen Reisebussen an den schönen Haltestellen zu sein, denn sobald diese anrücken ist es leider vorbei mit dem Genuß der wunderschönen Landschaft. Den Ausblick solltest du wirklich ganz in Ruhe genießen und einfach einmal auf dich wirken lassen.

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Auf dem Weg zum Milford Sound, bevor die Meute kam

Kurze Zeit später war hier alles voll mit Menschen, die ihren Selfiestick in die Höhe hielten, irgendwelche Verrenkungen machten oder die berühmten Sprungbilder versuchten… ohne all diese Menschen war es aber ein wirklich schönes Fleckchen.

Milford Road – Die Mirror Lakes

Ein Abstecher auf der Milford Road führt dich zu den Mirror Lakes. Kleine Seen, in denen sich, wie der Name schon vermuten lässt, die Berge ringsum wunderbar spiegeln. Als Gimmick, hat man hier sogar ein Schild in Spiegelschrift aufgestellt, zur allgemeinen Belustigung.

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Mirror Lakes

Leider hatten wir bei unserer Ankunkft ein wenig Pech. Denn eine richtige Spiegelung wollte sich hier nicht einstellen. Der Grund dafür war eine Ente, die fröhlich auf dem See herumschwamm. Daran siehst du mal wieder, die Natur ist unberechenbar. Mit sowas musst du eben immer rechnen.

An den Seen führt ein Weg entlang, dem du folgen kannst. Dadurch erhälst du immer wieder neue schöne Einblicke auf die Seen. Und schließlich hat es dann auch mit den Spiegelungen geklappt.

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Mirror Lakes mit Spiegelung der Berge

Es gibt natürlich in Neuseeland einige andere Seen an denen es bestimmt ebenso schöne Spiegelungen gibt, aber ich fand das Panorama hier wirklich wunderschön und bin froh dort angehalten zu haben, auch wenn an diesem Tag etwas Wind ging und so der See leider nicht ganz glatt war.

Milford Road – Zu Gast bei den Keas

Die Straße führt danach weiter in die Berge, wo du zu 100 % auf die Keas triffst. Keas sind Bergpapageien und hoch intelligent. Mit dem Wohnmobil solltest du hier vorsichtig sein, denn die Vögel wissen, dass es im Inneren etwas essbares gibt und zerlegen auch ganz gern mal die Dichtungen bei dem Versuch die Türen zu öffnen.

Sie sind durch ihre Neugierde recht zutraulich, so dass du sehr nahe an sie herankommst. Trotzdem solltest du immer respektvoll mit den Tieren umgehen und sie nicht bedrängen.

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Kea auf dem Dach eines Wohnmobils

Eine besonders gute Gelegenheit die Keas zu beobachten bekommst du, wenn du vor dem Homer Tunnel darauf wartest, dass es weiter geht. Der Tunnel kann nämlich immer nur in eine Richtung geöffnet werden, da er für zwei Fahrzeuge nebeneinander einfach zu schmal ist. Sobald die Autos, Wohnmobile und Busse zum stehen gekommen sind, kommen auch die Keas. Beim Anflug kannst du dann auch das schöne rote Gefieder auf der Innenseite der Flügel bewundern.

Der Milford Sound – Mit dem Boot durch den Fjord

Nachdem du den Homer Tunnel durchquert hast schlägelt sich die Straße wieder nach unten in das Tal, in dem du schließlich den Milford Sound erreichst. Hier gibt es einige Touranbieter, die dich mit ihren Schiffen hinaus in den Fjord bringen. Ob es hier unterschiede gibt, weiß ich nicht, aber die Strecke die gefahren wird ist wohl bei allen Anbietern die Gleiche. Wir hatten die Tour im Voraus gebucht und mussten daher einfach nur unser Schiff besteigen.

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Milford Sound

Der Milford Sound beeindruckt schon allein durch die gigantischen Felswände, die rechts und links von einem aus dem Wasser ragen. Vom staunend nach oben schauen bekommt man hier leicht eine Genickstarre ^^ Dadurch das sich die Fjorde in einer der regenreichsten Regionen Neuseelands, bzw. in einer der regenreichsten Regionen der Welt, befinden, gibt es allerdings auch noch ein weiteres Highlight. Wasserfälle! Überall im Milford Sound stürzen ganze Wassermassen an den Felsen hinab ins Meer. Wer also Wasserfälle so sehr liebt wie ich, der kann sich eigentlich nur in den Milford Sound verlieben.

Gleich zu Anfang des Schiffstour kommst du an einem der beeindruckensten Wasserfälle vorbei, den Bowen Falls.

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Bowen Falls

Die Bowen Falls sind 160 m hoch und doch wirken sie im Gegensatz zu den hohen Felsen irgendwie klein. Wer Lust und Zeit hat, der gelangt über einen kleinen Wanderpfad direkt zu den Wasserfällen und kann sie aus der Nähe betrachten.

Nicht weniger beeindruckend und mit 155 m nur unwesentlich kleiner als die Bowen Falls, sind die Stirling Falls. Ein weiterer wunderschöner Wasserfall. Aber Vorsicht! Die Schiffskapitäne neigen dazu mit dem Bug des Schiffes unter den Wasserfall zu fahren. Das wird verdammt nass!

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Stirling Falls
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Stirling Falls

An den emporragenden Felswänden kannst du außerdem sehr deutlich die Spuren der Geschichte und Naturgewalten erkennen, die diesen Fjord geformt haben. Bis zu einer Höhe von 300 m über dem Wasserspiegel kannst du an den Felsen die Schrammen erkennen, die durch den Gletscher entstanden sind, der sich vor fast 14.000 Jahren hier entlang geschoben hat.

Auf der Tour fährst du den gesammten Fjord ab. Am Ende wird gedreht und die Strecke wird wieder zurückgefahren. Wenn du Glück hast, kannst du hier sogar Delphine beobachten (wir hatten leider kein Glück). Außerdem gibt es hier auch Robben, die es sich auf den aus dem Wasser ragenden Steinen gemütlich machen. Das Schiff hat zwar auch einen Innenbereich mit großen Glasfenstern, aber wenn du wirklich etwas sehen willst, dann solltest du dich so viel wie möglich auf dem Außendeck aufhalten.

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Milford Sound

Wenn man sich überlegt wie hoch die Felsen über dem Wasserspiegel aufragen (bis zu 1200 m) und wie tief der Fjord unter Wasser noch ist, dann kann man sich kaum vorstellen, welche Kräfte hier gewirkt haben, um dieses Wunder zu erschaffen. Ich war jedenfalls unglaublich fasziniert und glücklich diese Landschaft gesehen haben zu dürfen.

Der Milford Sound (Piopiothahi) gilt zu recht als eine der Attraktionen Neuseelands und verzaubert einen mit seiner unglaublichen Natur. Wenn du in Neuseeland bist, lass dich ebenfalls verzaubern. Du wirst es bestimmt nicht bereuen. Versprochen!

 

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2 Comments

  • Liebe Kerstin,

    Milford Sound ist wirklich ein super Erlebnis, da muss ich dir zustimmen. Als ich dort war, war es leider etwas regnerisch. Aber selbst dann hatte der Ort noch diese gewisse Magie. Ich muss zugeben, dass ich in einem der großen Reisebusse unterwegs war, da ich ohne eigenes Auto unterwegs war 😉

    Liebe Grüße
    Imke

    • Hallo Imke!
      Regen ist ja am Milford Sound auch eher so der Standart 😉 Ich war froh, dass es bei uns nur bewölkt war, hatte aber auch mit Regen gerechnet ^^ Aber magisch ist er so oder so, da hast du recht 🙂

      Viele sind ja mit den großen Reisebussen unterwegs, sonst kommt man ohne Auto ja auch schwer hin. Wir hatte nur das Glück, dass wir ein kleiner Bus mit nur 16 Leuten waren. Ein Traum. Sonst hätte ich aber wohl auch in einem großen Bus gesessen 😉

      LG Kerstin

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